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Addo Elephant Nationalpark – auf den Spuren der Big Five

17. Januar 2017

Der Addo Elephant Nationalpark ist mit 1800 Quadratkilometern der drittgrößte Nationalpark in Südafrika und wurde 1931 gegründet, um die Elefanten vor Elfenbeinjägern und Farmern zu schützen. Im Jahr der Gündung lebten nur noch 11 der sensiblen Dickhäuter in diesem Gebiet. Mittlerweile liegt die Population wieder bei über 600 Elefanten, von denen du während einer Safari sicher eine Menge zu Gesicht bekommen wirst. Der Elefantenpark eignet sich prima für einen Besuch, wenn du auf der Garden Route in Südafrika unterwegs bist.

Allerdings beheimatet der Addo Nationalpark nicht nur Elefanten, sondern noch viele andere afrikanische Tiere. Unter anderem kannst du dich hier auf die Spuren der Big Five und sogar der Big Seven begeben!

Big Five: Löwe, Elefant, Nashorn, Leopard, Büffel
Big Seven: Big Five + Weißer Hai, Glattwal (diese findest du natürlich nur in der Marine Section des Parks)

Addo Elephant Nationalpark – Tour buchen oder auf eigene Faust erkunden?

Für den Besuch im Addo Nationalpark hatten wir 2 Tage Zeit, die wir auch komplett ausgenutzt haben. Für die Erkundung des Parks gibt es zwei Möglichkeiten: die Selbstfahrer-Variante, bei der du mit deinem eigenen Auto durch den Park fährst oder die geführte Tour mit einem Guide. Wir haben beides getestet!

Tag 1 – auf eigene Faust durch den Addo Elephant Nationalpark

Am ersten Tag haben wir den Park auf eigene Faust in unserem Nissan Micra erkundet. Dies war absolut kein Problem und wir sind trotz der vielen Schotterpisten überall gut durchgekommen und haben viele Tiere gesehen. Mit deinem eigenen Auto bist du im Addo natürlich viel flexibler. Du kannst jederzeit anhalten wo du möchtest und dort bleiben solange wie du Lust hast. Um den Nationalpark befahren zu dürfen, zahlst du lediglich eine Gebühr von 248 Rand (ca. 17 Euro) und natürlich deinen Benzinverbrauch.

Selbstverständlich solltest du einige Dinge beachten, wenn du in den Park fährst:

Verlasse auf keinen Fall dein Fahrzeug und lehne dich auch nicht aus dem Fenster. In der Mitte des Parks gibt es eine umzäunte Rest Area mit Toiletten – hier darfst du dir die Beine vertreten.

Mistkäfer haben im Addo Vorfahrt! Ja, ganz richtig gelesen – Schilder im Park machen darauf aufmerksam, dass du auf keinen Fall über Mistkäfer bzw. Elefantendung fahren sollst – die Pillendreher sind für den Park wahnsinnig wichtig!

Bring auf keinen Fall Zitrusfrüchte mit in den Addo Nationalpark – Elefanten sind ganz wild danach und wenn sie die Früchte riechen aber nicht bekommen, können sie ganz schnell ungemütlich werden.

Habe Respekt vor Tieren, nimm deinen Müll wieder mit und fahr langsam! Aber das sollte wohl alles selbstverständlich sein, oder?

Tag 2 – mit einer Tour durch den Addo Elephant Nationalpark

Am zweiten Tag haben wir uns dann eine Tour bei CrissCross Adventures gebucht. Jetzt fragst du dich wahrscheinlich, warum wir das gemacht haben, wenn wir doch mit unserem eigenen Auto gar keine Probleme hatten? Es gab da ein kleines Missverständnis:

Der Addo Elephant Nationalpark ist in den nördlichen und in den südlichen Teil eingeteilt. Wir haben es so verstanden, dass man nur den südlichen Teil mit dem eigenen Auto erkunden kann und für den nördlichen Teil ein 4WD gebraucht wird. Also haben wir am ersten Tag den südlichen Teil des Parks abgeklappert und wollten am zweiten Tag in den nördlichen Teil.

Was wir nicht wussten: dass mit dem nördlichen Teil nur der nördliche Teil vom südlichen Teil gemeint ist! Nun haben wir also zweimal den gleichen Teil erkundet – einmal auf eigene Faust und einmal mit einem Anbieter. Aber was war nun besser? Eine schwere Frage, denn obwohl ich bereits am ersten Tag einiges gesehen habe, habe ich mich bei der Tour am zweiten Tag keinesfalls gelangweilt!

Bei der geführten Tour entscheidet natürlich weitestgehend der Fahrer, wann und wo angehalten wird. Selbstverständlich kannst du Bescheid sagen, wenn du noch ein weiteres Foto machen möchtest – das sollte sicher kein Problem sein aber trotzdem bist du nicht so flexibel.

Ein absoluter Vorteil bei einer geführten Tour ist allerdings, dass dir viel Wissen vermittelt wird. Du kannst den Tour-Guide alles fragen was du rund um den Park und die Tiere wissen möchtest. Die Guides sind wirklich unglaublich gut geschult und du erfährst viel interessantes über Flora und Fauna.

Insgesamt haben neben meinem Freund und mir noch 7 weitere Personen an der Tour teilgenommen.

Die Full Day Tour von CrissCross Adventures kostet 1500 Rand (ca. 104 Euro). Darin sind die Eintrittspreise des Parks enthalten, Snacks, Softdrinks und Bier für zwischendurch, ein Lunch (Braai) und der Transfer. Außerdem bekommst du Ferngläser gestellt – die taugen nicht unbedingt was aber sind besser als gar nichts! Vergiss nicht, das Trinkgeld für den Guide mit einzuplanen 😉

Tiere, die wir im Addo gesichtet haben

Elefanten
Nashorn
Büffel
Erdmännchen
Warzenschweine
Zebras
Strauße
Kudus
Elenantilopen
Kuhantilopen
Buschböcke
Schakale
Schildkröten
Puff Adder (Schlange)

Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Tiere zu entdecken – diese haben sich nur leider versteckt als wir da waren. Besonders interessant hätte ich es natürlich gefunden, wenn wir noch Löwen, Leoparden und Hyänen gesehen hätten – aber dafür muss ich wohl wiederkommen. Übrigens: selbst unser Tour-Guide hat noch nie in seinem Leben einen Leoparden im Addo Nationalpark gesehen!

Was du bei einer Tour durch den Addo dabei haben solltest

Kamera, Teleobjektiv, Weitwinkel
Für mich ist das natürlich das allerwichtigste: meine Kamera! Ich hatte sowohl ein Teleobjektiv, als auch ein Weitwinkel dabei, denn teilweise kommen die Tiere so nah an das Auto, dass du mit dem Teleobjektiv schon zu nah dran bist.

Hier kannst du meine gesamtes Südafrika Kameraequipment anschauen.

Fernglas
Ich selbst hatte kein Fernglas dabei – leider! Auch, wenn dir bei geführten Touren welche zur Verfügung gestellt werden, solltest du besser ein eigenes mitbringen*. Die vorhandenen Ferngläser waren bei unserer Tour eher murks.

Sonnencreme
Besser ist das!

Essen + Getränke
Bei der Tour mit CrissCross Adventures werden Snacks und Getränke für zwischendurch gestellt. Außerdem findet mittags ein Braai (BBQ) statt. Als Selbstfahrer musst du natürlich alles selbst mitbringen. Am Eingang des Parks gibt es aber auch einen kleinen Shop – preislich war der sogar ganz ok. Denk dran: Zitrusfrüchte sind verboten!

Warme Sachen
Auch wenn dir morgens die Hitze ins Gesicht schlägt, sobald die Sonne verschwunden ist, wird es schlagartig kalt! Nimm also unbedingt warme Sachen mit.

Unterkunft in Addo – Kududu Guest House

Es besteht die Möglichkeit, direkt im Addo Nationalpark zu übernachten. Allerdings waren uns die Preise ein wenig zu hoch, sodass wir uns für das Kududu Guest House* außerhalb des Parks entschieden. Diese Unterkunft kann ich besten Gewissens weiterempfehlen!

Bis zum Park selbst ist es nicht allzu weit und bei der Buchung von Touren wird dir freundlicherweise an der Rezeption weitergeholfen. Auch sonst ist das Guesthouse sehr schön eingerichtet, verfügt über große Garten-Cottages sowie einige Zimmer. Insgesamt können nur 18 Gäste untergebracht werden, sodass es zu keiner Zeit überlaufen ist. Es gibt ein kleines aber feines Frühstücksbuffet und die Aussicht über das Sunday’s Valley ist ziemlich schön!

Restaurants in Addo

Das kleine Dorf Addo bietet nur eine geringe Anzahl an Restaurants. Zwei davon haben wir getestet und waren von beiden mehr als angetan! Sie liegen jedoch nicht im Nationalpark, sondern außerhalb und sind perfekt, um nach der Safari richtig lecker Essen gehen zu können.

Africanos

Das Africanos bietet neben afrikanischen Gerichten auch Sushi an! Ich entschied mich dann jedoch für einen richtig leckeren Burger mit Avocado. Zum Dessert gab es dann noch einen Banoffee Pie! Das war ungelogen der beste Nachtisch meines Lebens (sorry, Mama) und vermutlich aus der kalorienreichste.

Tangelo

Auch das Tangelo Restaurant bietet unfassbar leckere Küche und ein tolles Ambiente! Da wir direkt nach unserer Tour durch den Addo Nationalpark hier gegessen haben, habe ich mich schon fast ein wenig underdressed gefühlt in meinen kurzen Safari-Klamotten.

Warst du schon einmal im Addo Elephant Nationalpark? Wie hat es dir gefallen und welche Tiere konntest du beobachten?

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5 Kommentare

  • Melli says: 17. Januar 2017 at 5:20 pm

    wirklich tolle Bilder 🙂
    Südafrika und eine Safari stehen bei mir auch ganz weit oben auf der Bucket List
    wegen dem Objektiv: ich habe ein Reisezomme bis 135mm Brennweite, meinst du das reicht für eine Safari?
    liebe Grüße

    Reply
    • Luisa says: 17. Januar 2017 at 9:37 pm

      Dankeschön <3
      Also ich habe mein 70-300mm Teleobjektiv dabei gehabt und hätte es nicht missen wollen! 135mm wären mir persönlich zu wenig - die Tiere sind teilweise wirklich weit weg. Habe auch gerade mal einige der Safaribilder durchgeschaut - viele davon sind mit 300mm aufgenommen. Wenn du die Möglichkeit hast, nimm lieber eine größere Brennweite 🙂
      LG Luisa

      Reply
      • Melli says: 18. Januar 2017 at 3:14 pm

        danke für den Tipp 🙂
        dann sollte ich mir besser noch eins zulegen bevor ich nach Südafrika Reise

        Reply
  • […] guten Hoffnung, nach Stellenbosch, zum Cape Agulhas und dann weiter auf die Garden Route bis zum Addo National Park. Port Elizabeth haben wir uns gar nicht mehr angeschaut – von dort ging unser Flieger zurück […]

    Reply
  • […] war ich mit meinem Freund in Südafrika. Natürlich durfte bei dieser Reise eine Safari durch den Addo Elephant Nationalpark nicht fehlen. Am ersten Tag haben wir den Park mit unserem Mietwagen erkundet und waren einfach […]

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