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Ein Ausflug ins Moseltal: Bernkastel-Kues, Kröv & Traben-Trarbach

7. Februar 2017

„Bernkastel-Was?“ Das war wohl die häufigste Reaktion, die ich zu hören bekam, als ich erzählte, dass es für ein Wochenende nach Bernkastel-Kues geht. Natürlich musste auch ich erstmal googlen, um herauszufinden, wo dieser kleine Ort denn überhaupt liegt. Die Antwort: im Moseltal in Rheinland-Pfalz.

Aber lohnt sich ein Besuch in Bernkastel-Kues überhaupt? Dank der Unterstützung von Reisehummel durfte ich das herausfinden und machte mich im Januar auf den Weg in die kleine Stadt an der Mosel.

Sehenswürdigkeiten in Bernkastel-Kues

Nun, ehrlich gesagt gibt es in Bernkastel-Kues nicht viel zu sehen und der kleine Ort ist innerhalb von wenigen Stunden erkundet. Da mein Freund und ich im Winter dort waren, gab es leider noch weniger zu sehen als im Sommer. Beispielsweise war die historische Bonbonmacherei geschlossen sowie die Vinothek – beides hätten wir uns gern angeschaut.

Bernkastel-Kues: Burgruine Landshut

Das Moseltal ist natürlich bekannt für seine Ruinen und somit starteten wir unsere Erkundungstour an der Burgruine Landshut, die auf einem kleinen Berg über Bernkastel-Kues liegt. Leider wurde an der Ruine gerade gearbeitet und es stand ein riesiger Baukran im Weg, der schöne Fotos von der Ruine selbst leider unmöglich machte. Von der Burgruine hat man aber trotzdem eine tolle Sicht auf Bernkastel-Kues und die Mosel.

Bernkastel-Kues: Architektur

Ganz besonders bemerkenswert fand ich die Fachwerk-Architektur in der kleinen Stadt. Den Marktplatz solltest du in jedem Fall besuchen, denn hier findest du ganz besonders tolle Häuser. Unter anderem steht hier das 1416 erbaute Spitzenhäuschen, welches fast so aussieht, als könnte es jeden Moment umfallen. Außerdem lohnt sich ein kleiner Spaziergang durch die Innenstadt – Architektur gibt’s hier zumindest genug zu bewundern.

Sehenswürdigkeiten in Kröv

Da wir in Bernkastel-Kues relativ schnell mit der Besichtigung durch waren, entschieden wir uns, noch am gleichen Tag ins ca. 16 Kilometer entfernte Kröv zu fahren.

Hochmoselbrücke

Auf dem Weg nach Kröv kamen wir an unserem persönlichen Highlight vorbei: der Hochmoselbrücke. Keine Ahnung, warum ich die Brücke, die sich derzeit noch im Bau befindet, so spektakulär fand. Aber die Höhe und die Konstruktion fand ich ziemlich gigantisch. Mehr über die Brücke sowie einige kritische Stimmen zum Bau der Hochmoselbrücke findest du hier.

Kröver Nacktarsch

Der Grund, weshalb wir nach Kröv gefahren sind, ist der Kröver Nacktarsch! Denn was ist ein Besuch an der Mosel ohne eine Weinprobe?

Am Ortseingang von Kröv war nicht zu übersehen, dass wir an unserem Ziel angekommen waren, denn von jedem Plakat lachten uns bereits die Nacktärsche und die Worte Probe & Verkauf entgegen. Natürlich wollten wir den Wein mit dem verrückten Namen probieren und fanden auch sehr schnell einen Winzer, der uns in seinen Weinkeller führte.

Hier erzählte er uns noch einiges über den Kröver Nacktarsch. Spannend fand ich, dass der Kröver Nacktarsch gar keine spezielle Marke ist, sondern das jeder Winzer, der in Kröv anbaut, seinen Wein so nennen darf. Egal ob Rotwein oder Weißwein. Es gibt also kein „Rezept“, welches eingehalten werden muss. Somit variieren die Kröver Nacktärsche im Geschmack – je nachdem, welcher Winzer hier am Werk war.

Nach gut 7 verschiedenen Weinen mussten wir erstmal eine kleine runde durchs Dorf laufen um frische Luft zu schnappen 😀 Hierbei stellten wir jedoch fest, dass Kröv sonst nicht viel zu bieten hat. Nach der Weinprobe und einem kurzen Spaziergang durch den Ort ging es also direkt zurück nach Bernkastel-Kues.

Sehenswürdigkeiten in Traben-Trarbach

Von den drei Orten, die wir im Moseltal besucht haben, hat mir Traben-Trarbach am besten gefallen. Hier ist zwar genauso wenig los, wie in Bernkastel-Kues aber die „Skyline“ (hihi) sah einfach toll aus und ist ein wunderbares Postkartenmotiv. Vielleicht lag es auch daran, dass endlich mal die Sonne schien und uns der blaue Himmel überraschte. Ansonsten ist auch hier nicht viel los – es gibt ein Buddha Museum, welches uns jedoch viel zu teuer war (15 Euro).

Traben-Trarbach: Grevenburg

Was sich in jedem Fall lohnt, ist ein Spaziergang zur Burgruine Grevenburg. Knapp 20 Minuten benötigst du, um den Berg hochzulaufen. Von oben hast du natürlich auch hier eine tolle Aussicht. Außerdem befindet sich neben der Grevenburg eine ziemlich urige Gaststätte: die Burgschenke Grevenburg. Hier gibt’s neben leckerem Kaffee und Kuchen auch einige herzhafte Speisen.

Da zwei Wege den Berg hinaufführen, kannst du auf dem Rückweg auch durch einige Weinberge laufen.

Traben-Trarbach: Klosterruine Wolf

Wolf ist ein kleiner Stadtteil von Traben-Trarbach, in der es natürlich auch eine Ruine zu entdecken gibt (die gibt’s hier in der Gegend aber auch wirklich wie Sand am Meer). Die Klosterruine konnten wir bereits von Kröv aus sehen und machten uns direkt auf den Weg, um diese zu erkunden. Verbunden mit einem kleinen Spaziergang ist der Weg dorthin wirklich ganz schön. Allerdings darf die Ruine aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden.

Übernachten in Bernkastel-Kues

Wärend unseres Aufenthalts im Moseltal übernachteten wir im Hotel Moselpark in Bernkastel-Kues. Das 3-Sterne Superior Hotel ist jedoch mittlerweile ziemlich in die Jahre gekommen und hat eine Renovierung dringend nötig. Zum Übernachten war es zwar okay, viel erwarten solltest du hier besser nicht.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass sich ein Besuch im Moseltal ganz sicher lohnt. Allerdings solltest du dir lieber die Frühlings-, Sommer- oder Herbstmonate aussuchen!

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Die Hotelübernachtungen für diese Reise wurden freundlicherweise von Reisehummel übernommen. Herzlichen Dank dafür!

9 Kommentare

  • Anna says: 10. Februar 2017 at 8:06 am

    Hi Luisa,

    super, dass ihr noch in Wolf ward. Ich hab total vergessen, dass sich der Spaziergang dorthin echt lohnt. Ist halt alles ein bisschen zu Hause für mich. 😊 An Himmelfahrt geht es wieder zu den Tagen der offenen Weinkeller, Hotels sind schon Monate vorher ausgebucht und in Traben-Trarbach ist richtig viel los. Ich freue mich schon sehr drauf!

    Deine Fotos sind echt super schön geworden. Gut, dass ihr wenigstens noch ein bisschen klare Sicht haftet!

    viele liebe Grüße von einer Mosel-Liebhaberin
    Anna

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    • Luisa says: 15. Februar 2017 at 9:21 am

      Hi Anna,
      vielen Dank! Wenn ich nochmal in die Gegend reisen sollte, werde ich in jedem Fall die Sommermonate wählen. Dann ist das Moseltal sicher noch viel schöner 🙂
      Liebe Grüße
      Luisa

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  • Sebastian says: 10. Februar 2017 at 8:03 pm

    Ja, das Moseltal… da meine Familie aus der Region kommt und ich gar nicht so weit weg aufgewachsen bin kenne ich die Ecke ein wenig. Und würde dir zustimmen: Tolle Landschaft, tolle Architektur, wenn man Wein mag guten Wein und lecker essen – aber sonst nicht sooo viel los. Wobei es auf der Mosel wohl eine recht gute Infrastruktur für Kanus/Kajaks gibt. Das wäre dann aber wohl eher das Sommerprogramm.
    Wieder einmal verdammt tolle Bilder. Ich sollte mich echt mal mit Fotografrie beschäftigen. Oder aufhören deinen Blog zu lesen – das mit den Bildern ist danach immer leicht frustrierend… 😉
    Viele Grüße,
    Sebastian

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    • Luisa says: 15. Februar 2017 at 9:28 am

      Hi Sebastian,
      vielen lieben Dank! Bitte hör nicht auf meinen Blog zu lesen 😉 Fotografieren macht Spaß und mit ein paar einfachen Basics lässt sich schon viel aus Bildern rausholen. Ganz wichtig dabei: ganz viel ausprobieren!

      Liebe Grüße
      Luisa

      Reply
      • Sebastian says: 15. Februar 2017 at 8:47 pm

        Ausprobieren habe ich schon. Dummerweiße hat manchmal die Physik noch ein Wörtchen mitzureden. Und so ein mini-Smartphone-Objektiv ist halt eben… klein. Damit holt man den Seehund, der hundert Meter entfernt auf der Sandbank liegt nicht näher ran. Näher dran geht man nicht um ihn nicht zu stören…
        Und bei schlechtem Licht gibt das Smartphone eben auch schnell auf. Aber keine Sorge – so leicht wirst du mich nicht los 🙂 Ich werde mich wohl weiter über meine Bilder ärgern – bis ich mir eine passende Fotoausrüstung besorgt habe und gelernt habe damit umzugehen. Also äh… ja. Irgendwann. Vielleicht. 🙂
        Viele Grüße,
        Sebastian

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  • Kerry says: 8. März 2017 at 12:45 pm

    Hallo Luisa,
    Noch ein paar Tipps, falls du es noch mal versuchen möchtest:
    Nur Angehörige der Kurgäste, die sich auf dem Kueser Plateau erholen, übernachten im Hotel Moselpark, alle echten Touristen in den kleinen, süßen Pensionen in Kues und Bernkastel selbst!
    Dann solltest du wirklich im Sommer kommen und eine Fahrradtour planen! Nirgends in Deutschland sind die Fahrradwege besser… immer der Mosel entlang oder auch in den Hunsrück oder die Eifel kann man fahren! Oder wandern! Wandern, über den Berg nach Traben-Trabach und mit dem Schiff zurück – macht man als Einheimischer bereits im Kindergarten 😉
    Und nichts zu sehen? Du hast das Cusanusstift vergessen, welches Nikolaus von Kues errichten ließ. Ein Philosoph und Geistlicher des 15. Jahrhunderts! Dort ist eine kleine Kapelle, in der sein Herz begraben (sein soll), weil er selber gesagt haben soll, dass es dort hin gehört! Und das originale, mittelalterliche Stadttor „Graacher Tor“ zeigt einem, wie klein früher Menschen waren :D. Der Kirchturm in Bernkastel ist auch original und gehörte zur Stadtmauer… und zur Weihnachtszeit gibt es den schönsten, mittelalterlichen Weihnachtsmarkt! Ende August das bekannte Weinfest… und und und also leider total viel verpasst.

    Und wenn du im Winter da bist, lohnt sich ein Ausflug nach Trier, der ältesten Stadt Deutschlands, die dir mit der 2000 Jahre alten Porta Nigra, dem Dom und den Kaiserthermen zeigt, wie jung, klein und unbedeutend die Spanne eines Menschenlebens ist.
    Herzliche Grüße
    Kerry

    Reply
    • Luisa says: 13. März 2017 at 1:02 pm

      Hallo Kerry,
      ganz lieben Dank für deine ausführlichen Bernkastel-Kues Tipps! Trier hätte ich auch gern angeschaut aber dafür war die Zeit einfach nicht da. Aber ich komme sich er noch einmal im Sommer wieder – dann werden die Wanderwege des Moseltals entdeckt 🙂
      Liebe Grüße
      Luisa

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  • Marie says: 2. Juni 2017 at 1:17 pm

    Hallo Luisa,

    bei Nachtarsch musste ich herzlich lachen 🙂 Auch im Winter sieht es dort an der Mosel traumhaft aus! Mir fällt immer wieder auf, wie wenig ich von Deutschland kenne und wie viele tolle Orte es einfach in unserem eigenen Land gibt! Danke für diesen informativen Bericht! Hab jetzt richtig Lust auf Bernkastel-Was bekommen 😀

    Reply
    • Marie says: 2. Juni 2017 at 1:18 pm

      Meine natürlich Nacktarsch 😀

      Liebe Grüße

      Marie

      Reply

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