Foto-Tipps, Fotografie, Fotografie einfach erklärt 7

Fotografie einfach erklärt: die Blende

25. Mai 2016

Lange Zeit habe ich mich vor dem manuellen Modus meiner Kamera gedrückt, da ich mich nie mit den Begriffen Blende, Belichtungszeit und ISO auseinandersetzen wollte.

Aber irgendwann war es dann soweit und ich habe es einfach gemacht und sehr viel herumprobiert.

Damit auch du zukünftig weißt, was hinter diesen fotografischen Fachbegriffen steckt, die beim manuellen Kameramodus unumgänglich sind, erkläre ich dir in meiner Artikelserie Fotografie einfach erklärt die wichtigsten Begriffe.

In diesem Artikel zeige ich dir möglichst simpel, was es mit der Blende auf sich hat.

Stelle dir bitte folgende Situation vor

Du sitzt in einem dunklen Raum, der nur ein Fenster mit einem dunklen Vorhang hat.

Lässt du den Vorhang geschlossen, bleibt es logischerweise dunkel.

Öffnest du den Vorhang komplett, wird der Raum erhellt.

Öffnest du den Vorhang nur zur Hälfte oder noch weniger, fällt zwar Licht hinein aber der Raum wird nicht vollständig erhellt.

Was hat das jetzt mit Fotografie zu tun?

Diese Situation kannst du nun im übertragenen Sinn auf deine Kamera projizieren:

Der dunkle Raum ist das Innere deiner Kamera. Das Fenster mit dem Vorhang gleicht der Blende.

Die Blende ist also eine Öffnung in deinem Objektiv, mit der du die Helligkeit deiner Bilder regulierst.

Du kannst die Blende weit öffnen, um viel Licht auf den Sensor deiner Kamera fallen zu lassen oder du öffnest sie nur ein bisschen, um wenig Licht einfallen zu lassen.

Was bedeutet das für deine Bilder?

Weit geöffnete Blende = hellere Bilder
Wenig geöffnete Blende = dunklere Bilder

Allerdings spielen bei der Belichtung deiner Bilder auch weitere Faktoren eine wichtige Rolle: die Lichtverhältnisse deiner Umgebung, die Belichtungszeit und die Lichtempfindlichkeit (ISO).

In den folgenden Artikeln dieser Artikelserie gehe ich näher auf die Belichtungszeit und die ISO ein.

Wie wird die Blende verstellt?

Zuerst musst du an deiner Kamera natürlich den manuellen Modus einstellen. Dieser heißt meistens ‚M‘.

Nun kannst du die Blende manuell einstellen. Bei meiner Nikon D7100* mache ich dies mit einem Rädchen an der Kamera. Das kann jedoch von Kamera zu Kamera variieren.

Wie wird die Blende angezeigt?

Eine weit geöffnete Blende wird bei Kameras beispielweise so angezeigt: f/1.4 oder f/1.8
Eine wenig geöffnete Blende wird beispielsweise folgendermaßen angezeigt: f/8 oder f/11 oder f/22

Dies variiert jedoch je nach Objektiv sehr stark. Es gibt Objektive, die beginnen mit einer Blendenzahl von f/1.2 (sehr lichtstark) und es gibt Objektive, die beginnen zum Beispiel erst mit der Blendenzahl f/4.5

Wie du also siehst, wird eine weit geöffnete Blende mit einer kleinen Blendenzahl angegeben.
Eine wenig geöffnete Blende wird hingegen mit einer großen Zahl angegeben!

Die Blende als Gestaltungsmittel

Die Blende ist aber nicht nur zur Regulierung des Lichteinfalls wichtig, sie dient auch als Gestaltungsmittel.

Fotografierst du mit kleiner Blendenzahl (also großer Öffnung), so wird nur ein geringer Teil des Bildes scharf dargestellt. So kannst du gewisse Dinge sehr schön hervorheben, da andere Teile des Bildes unscharf werden.

Ich persönlich liebe diesen Effekt.

Möchtest du nun aber einen größeren Schärfebereich erzeugen, solltest du eine große Blendenzahl (also kleine Öffnung) wählen. Dies verhindert zum Beispiel bei Gruppenbildern, dass nur eine Person scharf abgebildet ist.

Fotografie einfach erklärt: Spickzettel

Folgendes solltest du dir im Bezug auf die Blende merken.

Eine ganz wichtige Rolle in Bezug auf die Blende spielt außerdem die Belichtungszeit. Auf diese werde ich im nächsten Beitrag von Fotografie einfach erklärt näher eingehen.

War dieser Beitrag hilfreich für dich oder hast du noch Ergänzungen? Dann schreib es gern in die Kommentare!

7 Kommentare

  • […] stehen und blitzen. Mach dich lieber ein wenig mit den Grundeinstellungen (ISO, Belichtungszeit, Blende) deiner Kamera vertraut und verzichte darauf deinen Blitz zu […]

    Reply
  • Sabine says: 26. Mai 2016 at 2:08 pm

    Toller Artikel – endlich mal ganz einfach und verständlich erklärt. Ich freue mich schon auf die weiteren Teile! Herzliche Grüße Sabine

    Reply
    • Luisa says: 26. Mai 2016 at 2:13 pm

      Vielen Dank, liebe Sabine! Freut mich sehr, dass dir der Artikel gefällt 🙂
      Liebe Grüße,
      Luisa

      Reply
  • Dori says: 2. Juni 2016 at 10:20 pm

    Vielen lieben Dank Luisa für diesen aufschlussreichen Artikel. Ich freue mich schon sehr auf die weiteren Teile deiner Artikelserie, denn ich probiere selbst seit einiger Zeit gute Bilder im manuellen Modus zu machen – nur leider funktioniert das nur sehr mäßig.
    Deine Erklärungen sind super und sehr leicht verständlich. Top 🙂
    Liebe Grüße
    Dori

    Reply
    • Luisa says: 3. Juni 2016 at 12:52 pm

      Liebe Dori,
      das freut mich sehr, dass dir der Artikel helfen konnte 🙂 Mach dir nichts draus, wenn die Bilder noch nicht so werden, wie du es dir vorstellst – das kommt irgendwann, wenn du dran bleibst und nicht aufgibst 🙂
      Viele Grüße,
      Luisa

      Reply
  • […] einer kurzen Einweisung kam ich ziemlich schnell mit der Kamera zurecht. Solange ich weiß, wo Blende, ISO und Belichtungszeit eingestellt werden, bin ich glücklich und kann loslegen – der Rest […]

    Reply
  • Carolin says: 24. März 2017 at 3:00 pm

    Super! Vor allem der Spickzettel ist gut. Er wird meiner Kameratasche beigelegt.
    Da ich als Journalistin auf Presseterminen oft sehr schnell fotografieren muss, nutze ich tatsächlich viel zu oft die Automatik.
    Freue mich auf weitere Teile von Fotografie einfach erklärt.

    Reply
  • Kommentiere diesen Reisebericht