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Fotografieren im Zoo: 9 Tipps für bessere Aufnahmen

11. November 2015

Um gute Aufnahmen von exotischen Tieren machen zu können, musst du nicht immer tausende Kilometer weit reisen. Manchmal reicht auch der Zoo, der im Idealfall direkt vor deiner Haustür liegt.

Zoofotografie – meine 9 Tipps für bessere Aufnahmen

Seit gut drei Jahren besitze ich eine Jahreskarte für den Erlebnis-Zoo Hannover. In dieser Zeit habe ich sehr viel über Fotografie und speziell natürlich über Zoofotografie gelernt. Im Folgenden findest du meine Tipps, damit deine Tierfotos in Zukunft besser gelingen.

1. Besorg dir ein gutes Tele-Objektiv

Mit einem normalen Kit-Objektiv* (Brennweite 18-55mm) kommt man im Zoo leider nicht weit. Die Tiere sind meist viel zu weit weg, um spannende Aufnahmen bzw. Nahaufnahmen erzeugen zu können. Ich selbst fotografiere im Zoo ausschließlich mit dem 70-300mm von Nikon*.

Wenn dir ein eigenes Tele-Objektiv zu teuer ist, kannst du bei dir in der Gegend ja mal schauen, ob es einen Verleih für Objektive gibt. So kannst du erstmal testen, ob der Kauf eines Tele-Objektiv überhaupt für dich in Frage kommt.

2. Vermeide es zu blitzen

Immer wieder sehe ich Menschen im Zoo, die vor einer Glasscheibe stehen und blitzen. Mach dich lieber ein wenig mit den Grundeinstellungen (ISO, Belichtungszeit, Blende) deiner Kamera vertraut und verzichte darauf deinen Blitz zu nutzen.

Ich persönlich benutze meinen integrierten Kamerablitz nie, da er jede Lichtstimmung zerstört und vor Glasscheiben sowieso absolut unbrauchbar ist. Auch die Tiere werden es dir danken!

3. Nahaufnahmen

Dieser Punkt ist natürlich Geschmackssache aber ich favorisiere Nahaufnahmen von Tieren. Aus meiner Sicht wirken Bilder gleich viel spannender, wenn du beispielsweise nur das Gesicht des Tieres abbildest.

4. Begegne den Tieren auf Augenhöhe

Bilder wirken aus meiner Sicht beeindruckender, wenn die Tiere auf Augenhöhe fotografiert werden. Sitzt ein Tier auf einem Baum, wird das natürlich schwieriger.

Für kleine, am Boden lebende Tiere kannst du aber -sofern die Umgebung es zulässt- einfach in die Hocke gehen um sie abzulichten. So läufst du keine Gefahr, dass deine Bilder zu sehr „von oben herab“ wirken.

5. Vermeide Sommerhitze

Natürlich möchte man bei einem Zoobesuch schönes Wetter haben. Doch bei zu knalligem Sonnenschein sind auch die Tiere sehr müde und träge. Sie verziehen sich lieber zum Schlafen in den Schatten.

Deshalb: such dir einen Tag, an dem die Sonne nicht zu sehr knallt und es leicht bewölkt ist. Die Tiere sind aktiver und du kannst viel coolere Bilder von Tieren in Action machen.

6. Wähle eine kurze Belichtungszeit

Tiere sind häufig in Bewegung. Diese Tatsache erschwert es, sie komplett scharf abzulichten. Aus diesem Grund wählst du am besten eine kurze Verschlusszeit. So fällt zwar weniger Licht in die Kamera, du vermeidest aber zu viele unscharfe Aufnahmen.

7. Vermeide Besucherströme

Die beliebteste Zeit für einen Zoobesuch ist bei den meisten Menschen natürlich das Wochenende oder die Ferienzeit. Die ganze Familie hat Zeit und plant einen schönen Wochenendausflug in den Zoo.

Wenn es zeitlich bei dir passt, versuche die Wochenenden und Ferien zu meiden und gehe unter der Woche in den Zoo. Es ist so viel angenehmer und du musst dich nicht um die besten Plätze kloppen.

8. Pech gehabt?

Falls du im Zoo dann doch das Pech hast und kein Tier wirklich Lust hat sich zu zeigen, dann achte doch auf all die anderen Motive die sich im Zoo noch so ergeben – auch daraus können sich interessante Bilder ergeben.

9. Last but not least: die Königsdisziplin – bringe Geduld mit!

Oft sehe ich Menschen, die von einem Gehege zum Nächsten jagen. Schnell den Tiger angucken, Foto schießen und dann direkt weiter um bloß nichts zu verpassen. Nimm dir mehr Zeit. Teilweise sitze ich stundenlang nur vorm Löwengehege und schaue den Raubkatzen beim Spielen, Schlafen oder Fressen zu.

Für die, die nur eine Tageskarte haben ist es natürlich schwer die Füße still zu halten. Aber beschränke dich trotzdem ein wenig. Versuche nicht jedes Tier vor die Kamera zu bekommen, sondern wähle erstmal deine Lieblinge aus. Deine Bilder werden es dir danken denn sobald du dich zu sehr stresst, verpasst du die besten Szenen.

Ich hoffe, du konntest für deine zukünftigen Zoobesuche ein paar Tipps mitnehmen. Wenn du gerne in den Zoo gehst, besorge dir doch einfach eine Jahreskarte. Das Geld hast du schnell wieder raus, wenn du regelmäßig hingehst.

Außerdem ist ein Zoobesuch super, um deine fotografischen Kenntnisse zu verbessern und deine Kamera richtig kennen zu lernen. Solltest du selbst noch Tipps haben, schreibe sie gerne in die Kommentare!

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15 Kommentare

  • Alexandra Weinberg says: 28. Dezember 2015 at 1:07 am

    Hallo Luisa,

    toller Artikel! Ich wüsste jetzt nichts, was ich hinzuzufügen hätte.
    Ich muss auch mal wieder in den Zoo zum Fotografieren 🙂
    Was ich für NRW noch empfehlen kann ist die Photonight vom Terra Zoo Rheinberg 🙂 Der nächste Termin ist am 30.01.16.

    Liebe Grüße,
    Alexandra

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    • Luisa says: 28. Dezember 2015 at 12:06 pm

      Hallo Alexandra, vielen Dank – freut mich, dass dir der Artikel gefällt! Das mit der Photonight klingt interessant. Werde ich mit direkt mal anschauen 🙂
      Viele Grüße, Luisa

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  • […] wenig außerhalb von Hammamet liegt der Friguia Tierpark. Ansich ein wirklich schöner Zoo, der mit viel Liebe erbaut wurde. Jedoch gibt es auch hier ein ganz großes ABER, denn die Besucher […]

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  • Pia says: 10. April 2016 at 5:37 pm

    Wunderschöne Bilder und sehr gute Tipps. Werde sicherlich beim nächsten Besuch im Tierpark den einen oder anderen bewusst beherzigen. Ein paar meiner bisherigen Ergebnisse kannst du auch auf meinem Blog sehen.

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    • Luisa says: 10. April 2016 at 7:04 pm

      Vielen Dank, liebe Pia! Freut mich, dass dir der Artikel weiterhilft 🙂 Viel Spaß im Zoo – kannst ja mal berichten, ob du die Tipps alle gut umsetzen konntest 🙂

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  • Sebastian says: 12. April 2016 at 2:29 pm

    Eine Kleinigkeit vermisse ich im Artikel: Die meisten Zoos schränken Veröffentlichungen der Fotos ein. So verlockend die Motive auch sind, aber ein Blog Post wie dieser hier kann sehr schnell sehr teuer werden. Hast Du aktuelle Informationen vom Zoo Hannover dazu?

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    • Luisa says: 12. April 2016 at 3:23 pm

      Hallo Sebastian,
      danke für diesen äußerst wichtigen Hinweis. Ich habe direkt mal nachgeschaut: https://www.zoo-hannover.de/de/content/zoo-ordnung (unter Punkt 16 ist das Fotografieren und Filmen aufgelistet)
      Ich fürchte, ich sollte mich mit denen mal in Verbindung setzen um zu klären, ob die Bilder bleiben dürfen oder nicht.
      Viele Grüße,
      Luisa

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  • […] ich ein wenig Angst um meine Kamera hatte, konnte ich es natürlich nicht sein lassen, Fotos zu machen. Hierbei solltest du den Affen vielleicht nicht zu Nahe kommen und insbesondere mit kleinen […]

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  • […] ein paar Wochen habe ich meine Zoo-Jahreskarte verlängern lassen, da ich sehr oft zum Fotografieren hier bin. Der Zoo in Hannover ist zwar um einiges teurer als andere Zoos in Deutschland, aber ich […]

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  • Fotoparade: Best of 1/2016 | sunnyside2go says: 13. August 2016 at 10:36 pm

    […] mich die wohl schwerste Kategeorie, denn wie du vielleicht weißt, bin ich sehr oft zum Fotografieren im Zoo unterwegs. Somit häufen sich natürlich auch sehr viele tierische Bilder auf meiner Festplatte. […]

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  • […] ist das Strandleben in Linden eine sehr gute Wahl. Da ich außerdem eine Jahreskarte für den Zoo habe, bin ich auch hier sehr gern. Feiern gehe ich ehrlich gesagt gar nicht mehr – ich setze […]

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  • […] ich leidenschaftliche Zoo-Fotografin bin, besuchte ich natürlich auch den Tierpark Schönbrunn, der direkt neben dem Schloss liegt. Der […]

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  • […] denn bitte der Zoo in Leipzig? Wer meinen Blog bereits länger verfolgt, weiß sicherlich, dass ich zum Fotografieren oft im Zoo in Hannover unterwegs bin. Deshalb durfte ein Besuch im Leipziger Zoo, der schließlich als schönster Zoo […]

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  • Nina says: 16. Januar 2017 at 10:33 pm

    Hey, herzlichen Dank für die guten Tipps. Deine Bilder sehen sooo toll aus! Wenn ich dann auch eine Spiegelreflexkamera habe, werde ich das definitiv versuchen. Viele Grüße, Nina

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  • Anna says: 2. Februar 2017 at 3:49 pm

    Tolle Tipps! Wobei ich in Zoos immer ein schlechtes Gewissen gegenüber den Tieren habe – besonders dann, wenn ich sie fotografiere.

    Herzlich,
    Anna

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