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Was tun, wenn die Kamera ins Wasser gefallen ist?

13. Juli 2017

Einmal nicht aufgepasst und schon ist es passiert – die heißgeliebte Kamera ist ins Wasser gefallen. Das kann überall passieren: am See oder Fluss, im Meer, im Pool oder sogar in der Badewanne.

Auch meine Spiegelreflex (Nikon D7100*) ist vor kurzer Zeit inkl. Objektiv im Steinhuder Meer baden gegangen. Entgegen aller Erwartungen konnte ich sie jedoch retten und so wie es derzeit aussieht, funktioniert sie noch einwandfrei. Ich hatte zumindest bei einer Sache Glück: die Kamera ist nicht in Salzwasser, sondern Süßwasser gefallen. Das ist schonmal ein riesengroßer Vorteil, denn das Salz würde in der Kamera viel mehr Schaden anrichten!

Sollte auch dir dieses Missgeschick passiert sein, gebe ich dir hier ein paar Tipps, um dein Schätzchen ggf. noch retten zu können.

Beachte bitte, dass diese Anleitung keine Garantie darstellt, dass auch deine Kamera wieder funktioniert.

Was tun, wenn die Kamera in Süßwasser gefallen ist?

1. Akku rausnehmen

Wenn deine Kamera ins Wasser gefallen ist, nimm bitte als allererstes den Akku raus. Je schneller du den Akku entfernst, desto besser! Auf diese Weise lässt sich ein Kurzschluss vermeiden.

2. Speicherkarte rausnehmen

Auch die Speicherkarte solltest du bei einem Wasserschaden sofort entfernen – vielleicht lassen sich ja wenigstens die Fotos auf der Karte noch retten?

3. Lasse die Kamera trocknen

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten und ich habe einiges ausprobiert. Doch es hat wirklich nur eine Sache richtig gut funktioniert:

Bau deine Kamera so weit es geht auseinander. Entferne das Objektiv und öffne alle Abdeckungen. Dazu gehört die Abdeckung der Speicherkarte, die Abdeckungen der Anschlüsse und die Abdeckung des Akkus. Die Klappe des Akkus kannst du bei einigen Kameramodellen sogar ganz einfach komplett abziehen (nicht abbrechen!) – so lässt sich die Kamera wenigstens vernünftig hinstellen.

Ich habe meine Kamera nur trocken bekommen, weil ich das Objektiv entfernt und auch keine Abdeckung vorne auf die Kamera gesetzt habe. Normalerweise ist das für die Kamera fatal, da Staub und Schmutz ins Gehäuse gelangen. Aber was hast du schon groß zu verlieren, wenn die Kamera baden gegangen ist?

Um die Kamera wenigstens ein bisschen schützen zu können, kannst du ein Mikrofasertuch* (die, die du auch zum Reinigen deiner Linsen kaufen kannst) über die Öffnung vorne legen und das Ganze noch einmal in ein Mikrofaser-Handtuch* wickeln. So habe ich die Kamera dann erstmal liegen gelassen, bis ich die Pfützen im Gehäuse nicht mehr sehen konnte.

4. Sei geduldig – schalte die Kamera auf keinen Fall ein

Ich würde dir dringend raten, die Kamera mindestens zwei Wochen nach dem Sturz ins Wasser nicht einzuschalten! Ein Wasserschaden kann unglaublich tückisch sein. Ich weiß, es fällt schwer, da du wahrscheinlich unbedingt wissen möchtest, ob deine Kamera überlebt hat. Aber glaube mir, das Warten kann sich lohnen!

5. Lade den Akku

Bevor du den Akku nach mindestens zwei Wochen Trockenzeit wieder einsetzt, solltest du ihn aufladen. Meiner hatte sich komplett entladen und ich dachte im ersten Moment, die Kamera sei hinüber. Da die Hoffnung aber bekanntermaßen zuletzt stirbt, habe ich den Akku noch einmal frisch aufgeladen. Und siehe da – die Kamera funktionierte ohne Probleme.

6. Lasse die Kamera reinigen

Deine Kamera funktioniert noch? Klasse! Dann solltest du jetzt noch den Sensor reinigen lassen.

Weitere Methoden um die Kamera zu trocknen

Ich habe noch zwei weitere Methoden probiert, um die Kamera trocken zu bekommen. Allerdings würde ich dir eher raten, die Kamera ganz in Ruhe -wie oben beschrieben- vor sich hin trocknen zu lassen.

Kamera föhnen

Direkt nach dem Sturz ins Wasser habe ich die Kamera 30 Minuten lang geföhnt. Viel gebracht hat das allerdings nicht und ich würde es vermutlich nicht noch einmal machen, um auf die Hitzeeinwirkung zu verzichten. Solltest du dich doch für diese Variante entscheiden, dann nutze bitte die niedrigste Stufe deines Föns. Im Internet liest man sogar, dass einige Leute ihre Kamera nach einem Sturz ins Wasser in den Backofen legen… Auf solche Aktionen habe ich aber lieber verzichtet!

Kamera in Reis legen

Am nächsten Tag habe ich mir 2,5 Kilo Reis besorgt, die Kamera und das Objektiv darin eingelegt und 48 Stunden gewartet. Hier ist leider nicht viel passiert. Die Pfützen, die ich deutlich im Body der Kamera sehen konnte, wurden nicht kleiner. Bei mir funktionierte die Methode, die Kamera an der Luft trocknen zu lassen einfach am besten!

Was tun, wenn die Kamera in Salzwasser gefallen ist?

Wie bereits oben kurz erwähnt, ist es für eine Kamera viel schlimmer, wenn sie in Salzwasser fällt, denn das Salz kann weitaus größeren Schaden anrichten. Glücklicherweise ist meiner Kamera nur in Süßwasser gefallen. Ich habe jedoch ein wenig im Internet recherchiert, was du tun kannst, wenn deine Kamera beispielsweise ins Meer gefallen ist. Und jetzt halte dich fest: Spüle die Kamera mit klarem Süßwasser oder destilliertem Wasser aus! Die Chance, dass die Kamera nach einem Sturz in Salzwasser überlebt ist zwar wahnsinnig gering, aber wer weiß – vielleicht hast du ja Glück?!

Nach dem Ausspülen solltest du deine Kamera auch erstmal so lange wie möglich trocknen lassen. Zerlege sie auch hier so gut es geht (wie oben beschrieben) und lasse sie mindestens zwei Wochen trocknen. Viel Erfolg!

Nun interessiert mich aber eine Frage brennend – wie ist es passiert, dass deine Kamera baden gegangen ist und hat sie es überlebt? Hinterlasse deine Geschichte gern in den Kommentaren!

Übrigens überlege ich nach dieser Aktion, ob es sich nicht doch lohnt, die Kameraausrüstung versichern zu lassen! Hast du Erfahrungen damit? Dann bin ich für jeden Tipp dankbar 🙂

Ich wünsche deiner Kamera auf jeden Fall GUTE BESSERUNG 😉

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