Deutschland, Europa, Reise 1

#zuTisch – ein kulinarisches Wochenende in Thüringen

21. August 2017

Ich liebe es, fremde Länder und Kulturen zu entdecken – doch vor einer Weile habe ich festgestellt, dass ich viel zu wenig von Deutschland kenne. Das sollte sich in diesem Jahr ändern. Einige kurze Wochenendtrips führten mich durch die Bundesrepublik – unter anderem ein Ausflug nach Thüringen, der unter dem Motto „Thüringer Tischkultur“ stattfand.

Was ist die Thüringer Tischkultur?

Thüringer Tischkultur steht nicht nur für gutes Essen aus der Region, sondern beinhaltet auch Weine,  Porzellan, Glaskunst und Keramik. Es ist ein Netzwerk aus mehr als 20 Partnern, die sich unter dem Namen Thüringer Tischkultur zusammengeschlossen haben. Dazu gehören Hotels, Weingüter, Porzallanmanufakturen, Restaurants, Cafés etc. Unter dem Hashtag #zuTisch kannst auch du deine Erlebnisse zum Thema „Thüringer Tischkultur“ twittern und posten.

Gemeinsam mit meiner Mama durfte ich ein Wochenende lang die Thüringer Tischkultur kennenlernen. Wir haben jedoch nicht nur die Partner der Tischkultur besucht, sondern waren auch anderswo #zuTisch.

#zuTisch – Station 1: Ein Abend auf dem Weingut Zahn – Summer-Feeling

(Partner der Thüringer Tischkultur)

Die erste Station unserer kulinarischen Reise durch Thüringen war am Freitagabend das Weingut Zahn in Kaatschen / Großheringen. Hier findet in den Sommermonaten die Veranstaltung „Summer-Feeling“ statt, für die du dich vorab anmelden musst. Auf der Speisekarte steht ein 3-Gänge-Menü. Zu den einzelnen Gängen werden perfekt auf das Gericht abgestimmte Weißweine gereicht.

Vorspeise:
Cremige Tomaten-Melonensuppe
Riesling feinherb 2015

Hauptspeise:
Gebackenes Maishähnchen auf Pfifferlingsrisotto mit einer Kaatschener Kräutersauce
Traminer Kaatschener Dachsberg, Spätlese trocken 2015

Nachspeise:
Gebackenes Pistazieneis auf Heidelbeeren & Weinbergpfirsich-Kompott
Kerner Kaatschener Dachsberg Spätlese feinherb 2016

Die Kräutersauce im Hauptgang war der absolute Oberknaller und von der Nachspeise träume ich noch heute! Zwischen den Gängen erzählte Torsten General vom Weingut Zahn noch ein wenig über Wein sowie die ein oder andere Anekdote zum Weingut. Die Atmosphäre auf der Terrasse, die direkt an der Saale liegt und von der du eine nette Aussicht hast, war den ganzen Abend über entspannt und locker.

Nach dem Essen war das Event Summer-Feeling auf dem Weingut Zahn jedoch noch lange nicht vorbei! Wir bekamen alle ein Glas in die Hand gedrückt, eine Schwimmweste und wurden dann auf Schlauchboote verteilt. Mit einer Mondschein-Schlauchbootfahrt und einem weiteren Glas Wein auf der Saale ließen wir den Abend gemütlich ausklingen. Leider hatte ich einen Junggesellinnenabschied mit an Bord, sodass von der wunderbaren Stille des abendlichen Saaletals nicht mehr viel übrig blieb…

Die morgendlichen Kopfschmerzen, die bei mir nach 2-3 Gläsern Wein auftreten, blieben am nächsten Tag übrigens aus 😉

Adresse:

Weingut Zahn
Weinbergstraße 16
99518 Großheringern OT Kaatschen
www.erlebnisweingut.de

Das Weingut Zahn bietet übrigens noch viele weitere tolle Events an – schau‘ doch einfach mal auf der Website vorbei!

#zuTisch – Station 2: Frühstück im Hotel Amalienhof

Der Samstagmorgen startete mit einem Frühstück im Hotel Amalienhof* mitten in Weimar. Hier findest du viele ausgefallene Kleinigkeiten wie zum Beispiel selbstgemachte Sesam-, Bärlauch- oder Tomatenbutter. Natürlich bekommst du an dem reichhaltigen Buffet auch frisches Obst, knusprige Brötchen, Tomate mit Mozzarella, Oliven, Eier, Cerealien, Marmeladen, Käse, Aufschnitt etc.

Der Frühstücksraum, sowie der Rest des Hotels, ist mit Antikmöbeln ausgestattet, wodurch eine edle Atmosphäre entsteht. So startest du perfekt in deinen Tag!

Adresse:

Amalienhof Hotel Weimar
Amalienstraße 2
99423 Weimar
www.amalienhof-weimar.de

#zuTisch – Station 3: Ein Besuch der Leuchtenburg

(Partner der Thüringer Tischkultur)

Mein persönliches Highlight bei unserer Reise nach Thüringen war der Besuch der Leuchtenburg. Diese liegt in Seitenroda bei Kahla. Vielleicht hast du den Namen Kahla schon einmal im Zusammenhang mit Porzellan gehört? Nein? Kahla ist eine der erfolgreichsten deutschen Porzellanmarken, die auf fast jedem Thüringer Tisch zu finden ist.

Aber was hat eine Burg nun mit Porzellan zutun? Ganz einfach: auf der Burg gibt es eine Ausstellung mit dem Namen Porzellanwelten. Ja, auch ich war anfangs skeptisch und dachte, dass ich für diese Art von Ausstellung sicher nicht zur richtigen Zielgruppe gehöre. Falsch gedacht! Ich wurde vom Gegenteil überzeugt.

Eine Führung durch die Leuchtenburg

Wir starteten einen kleinen Rundgang über die Burg, bekamen einen Einblick in die Kerker und lernten einiges über die Geschichte der Burg, die lange Zeit auch als Zucht-, Armen- und Irrenhaus diente. Ich kann dir eine Führung nur ans Herz legen – hierbei lernst du so unglaublich viel und es ist weitaus informativer, als die Burg auf eigene Faust zu erkunden. Alternativ kannst du dir auch einen Audioguide besorgen – aber persönliche Führungen finde ich viel interessanter und schöner, da direkt Rückfragen gestellt werden können.

Vom Turm der Burg hast du übrigens eine tolle Aussicht über die gesamte Umgebung – der Aufstieg lohnt sich, auch wenn er mit ein wenig Anstrengung verbunden ist 😉

Das erste Porzellan begegnete uns dann in der modernen Kirche der Burg, die mit einem Lamellen-Vorhang aus Porzellan ausgestattet ist. Eine solch „zarte“ Kirche hätte ich hinter den dicken und robusten Burgmauern niemals erwartet!

Die Porzellanwelten in der Leuchtenburg

Die Ausstellung Porzellanwelten ist in mehrere Abschnitte unterteilt, die unglaublich spannend, modern und interaktiv aufgebaut sind und zu den besten Ausstellungen gehören, die ich je gesehen habe. Dabei interessiere ich mich eher wenig bis gar nicht für Porzellan und esse zu Hause überwiegend von Tellern eines bekannten schwedischen Möbelhauses… Aber diese Ausstellung ist absolute Spitzenklasse und hat mich wirklich umgehauen!

Du startest deinen Rundgang in einer Art „Fantasie-Wald“, dem Utopia Porcellana – hier begegnest du unterschiedlichsten Porzellan-Tieren wie zum Beispiel dem Henkelkrebs, der Schüsselechse oder dem gemeinen Tüllensittich! Eine wunderbare Mischung aus Kunst, Natur und natürlich dem „weißen Gold“!

Anschließend geht die Reise anhand eines Schattentheaters nach China, wo das Porzellan seinen Ursprung hat.

Da Porzellan in Europa so beliebt war, versuchten auch hier die Fürsten und Könige die richtige Zusammensetzung zu finden, um das „weiße Gold“ selbst herstellen zu können. In einer der Porzellanwelten werden Materialien gezeigt, mit denen versucht wurde Porzellan herzustellen. Unter anderem stehen hier Muscheln, Kiesel, Sand etc. im Regal.

An dieser Stelle wird es auch interaktiv – du kannst mithilfe riesiger Waagschalen selbst versuchen, die richtige Zusammensetzung für Porzellan herausfinden. Ob du wirklich richtig liegst? Siehst du wenn das Licht angeht! 😉

Eine festlich gedeckte Tafel wartet in einer weiteren Porzellan-Welt auf dich. An der Stirnseite dieser Tafel ist eine Tagebuchnotiz von Goethe zu lesen: „Porzellan von größter Schönheit“. Direkt daneben findest du eine weitere Tafel, die sich quasi „selbst eindeckt“ – lass dich einfach überraschen. Es ist großartig!

Zu der festlich gedeckten Tafel bildet das Thema „Das Alltägliche“ noch einen Kontrast – hier durchläufst du eine Art pinkes Labyrinth und lernst das bezahlbare Porzellan „für jedermann“ kennen.

Ein weiteres Highlight der Ausstellung ist mit einer höhe von acht Metern die größte Vase der Welt. Direkt daneben findest du die kleinste Teekanne der Welt! Der Deckel der Mini-Kanne kann mit einer Pinzette sogar abgenommen werden.

Zum Abschluss der Ausstellung kommt noch der absolute Kracher – der Steg der Wünsche.
Zuerst betrittst du einen dunklen Raum, schnappst dir ein Stück Porzellan und beschriftest dieses mit deinem größten und innigsten Wunsch. Nur du kannst den Wunsch lesen, da er mit einem UV-Stift unter Schwarzlicht aufgeschrieben wird. Anschließend gehst du zum 20m langen Steg der Wünsche und wirfst dein Stück Porzellan mit deinem Wunsch in die Tiefe, denn Scherben bringen Glück!

An einer großen Wand werden außerdem anonyme Wünsche von Menschen ausgestellt – spannend, wie unterschiedlich diese aussehen können!

Mittagessen in der Burgschänke

Die Leuchtenburg hat jedoch noch viel mehr Thüringer Tischkultur zu bieten! In der Burgschänke kannst du wunderbar zu Mittag essen und dich nach der Führung ein wenig stärken. Die Bedienungen sind mittelalterlich gekleidet, du bekommst deine Getränke in schweren Krügen serviert und sitzt auf massiven Holzbänken und langen Tischen. Hier erlebst du eine richtige Zeitreise ins Mittelalter.

Wir bestellten uns Brot mit Pesto und als Hauptspeise landeten Thüringer Klöße mit Gulasch auf unserem Teller. Yummy!

Adresse:

Leuchtenburg
Dorfstraße 100
07768 Seitenroda
www.leuchtenburg.de

#zuTisch – Station 4: Abendessen im Restaurant „Scharfe Ecke“

Nachdem wir fast den gesamten Vormittag auf der Leuchtenburg verbracht haben, ging es am Nachmittag zurück nach Weimar. Hier wartete bereits das nächste kulinarische Highlight auf uns – ein Abendessen im Restaurant „Scharfe Ecke“. Auf der Speisekarte stehen typisch deutsche Gerichte und natürlich Klöße en masse! Da ich vom Mittagessen noch ziemlich satt war, gab es für mich „nur“ einen Salat, der allerdings extrem reichhaltig war und ordentlich gesättigt hat.

Am Ende des Abends wollten wir natürlich noch wissen, warum das Restaurant „Scharfe Ecke“ heißt – eine einfach Erklärung: es liegt an einer scharfen Straßenecke in Weimar.

Adresse:

Scharfe Ecke
Eisfeld 2
99423 Weimar

#zuTisch – Station 5: Thüringer Rostbratwurst

Am Ende der Reise durfte ein kulinarisches Highlight natürlich nicht fehlen: die Thüringer Rostbratwurst. Hier gab’s zwar statt edlem Kahla Porzellan nur eine Serviette und auch ein Tisch war nicht vorhanden aber geschmeckt hat’s trotzdem (und das obwohl in Thüringer Rostbratwurst Kümmel enthalten ist). Der perfekte Abschluss für eine Reise nach Thüringen.

Warst du bereits in Thüringen unterwegs und hast etwas von der Thüringer Tischkultur erleben dürfen? Wenn ja, was ist auf deinem Teller gelandet und welche Partner hast du besucht?

Zu dieser Reise wurde ich von der Thüringer Tourismus GmbH eingeladen. Ganz herzlichen Dank dafür. Meine Meinung wird dadurch nicht beeinflusst. 

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1 Kommentar

  • Lena says: 24. August 2017 at 5:13 pm

    Für mich findet Thüringer Tischkultur hauptsächlich in der Küche meiner Schwiegermutter statt, wenn sie Klöße macht. 🙂
    Auf der Leuchtenburg hat sich offenbar einiges getan. Das muss ich gleich mal für den nächsten Besuch auf die Agenda setzen…

    Reply
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