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Tunesien: Was dich erwartet und worauf du bei einer Reise achten solltest

10. Februar 2016

Auch wenn Tunesien momentan nicht das beliebteste Reiseziel ist, würde ich gern meine Erfahrungen mit dir teilen und dir zeigen was dich erwartet und worauf du bei einer Reise achten solltest.

In Deutschland war es noch recht kühl und ich beschloss mit einer Freundin in die Sonne zu fliegen, um ein wenig Vitamin D zu tanken. Wir fanden ein sehr günstiges Angebot und flogen im März 2013 nach Hammamet. Zu dieser Zeit befinden sich kaum Touristen in der Gegend.

Im Anflug auf Hammamet haben wir uns erstmal tierisch über den Anblick der Küste gefreut: türkisfarbenes Wasser und eine wunderschöne Landschaft. Zumindest sah dies aus der Luft so aus.

Was dich in Tunesien erwartet

Als wir dann auf dem Weg Richtung Hotel waren, kam der erste Schock, denn nun sahen wir all das, was auf den paradiesischen Werbeplakaten der Reiseveranstalter verschwiegen wurde: Müll. Überall lag Müll. Auf den Straßen, in Wäldern, auf Feldern, in Büschen… In Tunesien kümmert sich anscheinend niemand um die Umwelt – hier wird einfach alles Unbrauchbare in die Landschaft geworfen – sehr traurig!

Nachdem wir am Hotel ankamen und uns ein wenig eingerichtet hatten, gingen wir raus um die Umgebung zu erkunden. Hier dann der zweite Schock: man hat keine Ruhe. Ständig wirst du auf sehr aufdringliche Art und Weise angequatscht. Ziemlich schnell wurde uns das zu viel.

Da uns empfohlen wurde sowas am besten zu ignorieren, sind wir diesem Rat gefolgt. Wir wurden daraufhin zwar ziemlich heftig beleidigt aber auch das haben wir ignoriert.

Die krasseste Situation war, als ein Auto gute fünf Minuten im Schritttempo neben uns hergefahren ist und die beiden Insassen uns versucht haben in Gespräche zu verwickeln. Sehr hartnäckige Burschen.

Nach diesem Erlebnis haben wir beschlossen, größere Ausflüge nicht alleine zu machen sondern geführte Touren zu buchen.

Diese gingen zum Einen nach Sidi Bou Said und in die Hauptstadt Tunis. Sidi Bou Said solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen. Charakteristisch für dieses kleine Dorf sind die weißen Häuser mit ihren hübschen blauen Fenstern und Türen.

Auch Tunis ist sehr interessant anzuschauen. Allerdings solltest du hier starke Nerven mitbringen, wenn du beispielsweise die Medina in der Altstadt besuchst. Die Händler sind sehr aufdringlich und lassen sich teilweise kaum abwimmeln.

Hammamet selbst ist zwar sehr touristisch aber eigentlich ganz schön. Die Gegend um Hammamet kannst du auch einfach mit dem Bus erkunden, sofern du keine klaustrophobischen Neigungen besitzt und es dir nichts ausmacht, dass der Bus plötzlich nicht mehr da anhält wo du eingestiegen bist und eigentlich auch wieder aussteigen wolltest. Nach gewisser Zeit gewöhnt man sich auch daran ständig vollgequatscht zu werden.

Ein wenig außerhalb von Hammamet liegt der Friguia Tierpark. Ansich ein wirklich schöner Zoo, der mit viel Liebe erbaut wurde. Jedoch gibt es auch hier ein ganz großes ABER, denn die Besucher werfen ihren Müll nicht in die Mülleimer sondern in die Tiergehege. Man sieht also Tiger, die mit Getränkedosen spielen oder Kinder, die Tiere mit ihrem Müll bewerfen… Absolut traurig anzusehen und für uns einfach nur unfassbar.

Worauf du in Tunesien achten solltest

Falls du dich für eine Reise nach Tunesien entscheidest, habe ich hier ein paar Punkte aufgeführt, die du beachten solltest.

1. Trag deine Tasche nicht an der Straßenseite

Dieser Tipp wurde uns im Hotel gegeben. Pass auf deine Sachen auf und trag deine Tasche nah am Körper, jedoch niemals an der Straßenseite.

2. Trage keinen Schmuck oder andere Wertgegenstände offen herum

Lasse teuren Schmuck oder andere überflüssige Wertgegenstände am besten ganz zu Hause. So kann es erst gar nicht vorkommen, dass dir etwas geklaut wird. Meine Kamera wollte ich natürlich immer dabei haben. Allerdings habe ich sie in einer „normalen“ Umhängetasche verstaut und nicht in meiner Kameratasche herumgetragen. Damit wirkt der Inhalt nicht ganz so wertvoll.

3. „Heeey, ich bin der Koch aus deinem Hotel!“

Hört man an jeder Straßenecke. Doch leider nur ein Trick um Vertrauen aufzubauen und um dir dann was GANZ TOLLES zu zeigen. Wir sind natürlich nie mitgegangen aber in der Regel wollen diese Leute dich dann in Geschäfte locken um dir was zu verkaufen.

4. Gequatsche ignorieren

Wenn ihr unterwegs seid und doof angequatscht werdet, ignoriert das am besten und geht auf keinen Fall darauf ein.

5. Hotelschlüssel verdecken

Lasst niemals euren Hotelschlüssel offen auf dem Tisch liegen, sondern verdeckt die Zimmernummer bzw. versucht den Schlüssel in der Tasche zu verstauen.

Wir hatten das Pech, dass wir mitten in der Nacht Besuch von ein paar halbstarken Jungs bekommen haben. Am Abend vorher lag unser Schlüssel beim Essen auf dem Tisch, sodass die jungen Herren ganz easy unsere Zimmernummer herausbekamen. Bei dem nächtlichen Besuch hätten die Jungs uns dann fast die Tür eingetreten. Für zwei Mädels ein ziemlich blödes Gefühl…

6. Preis aushandeln beim Taxi fahren

Taxi fahren ist in Tunesien ziemlich günstig. Aber handel unbedingt vorher den Preis aus. Natürlich wird dir erstmal ein sehr hoher Preis genannt – aber wie gesagt… in Tunesien musst du handeln.

7. Cafés ohne Preise meiden

Wenn du in einem Café sitzt, welches keine Preise angeschlagen hat, musst du damit rechnen, dass du das Doppelte von dem bezahlst, was die Einheimischen zahlen. Such also besser ein Café, an dem die Preise angeschlagen oder in der Karte zu finden sind.

8. Rückgeld genau nachzählen

Leider ist es mir selbst zweimal passiert: Ich habe mein Rückgeld nicht genau nachgezählt und erst nach Verlassen des Geschäfts gemerkt, dass mir zu wenig wiedergegeben wurde. Beim Einkaufen also gut aufpassen und SOFORT nachzählen.

9. Such dir eine Reisebegleitung vor Ort

Nach ein paar Tagen haben wir im Hotel ein Ehepaar kennengelernt. Wir planten daraufhin einen gemeinsamen Ausflug. Somit hatten wir nette Begleitung, sparten Geld und wurden auch prompt nicht mehr vollgequatscht.

10. Informiere dich beim Auswärtigen Amt

Aufgrund der derzeitigen Lage in Tunesien würde ich dir vor einer Reise sowieso raten, dich gut über die derzeitige Sicherheit im Land zu informieren. Aktuelle Hinweise bekommst du beim Auswärtigen Amt.

Reise nach Tunesien – mein Fazit

Würde ich noch einmal nach Tunesien reisen? Nein. Einmal hat mir definitiv gereicht. Das Land ansich ist zwar ganz schön aber um ehrlich zu sein gibt es mehr als genug Länder, die mir eher zusagen.

Falls du dich für eine Reise nach Tunesien entscheidest, solltest du ein wenig gesunden Menschenverstand mitbringen, deine Augen offen halten, Vorsicht walten lassen und dich vorher noch einmal gut über die Sicherheitslage informieren.

Hast du bereits Erfahrungen in Tunesien sammeln können? Wie war dein Eindruck vom Land? Gefällt es dir? Geht es dir wie mir? Hinterlasse dazu gern einen Kommentar – ich bin gespannt!

 

 

5 Kommentare

  • Gina says: 12. Februar 2016 at 4:05 pm

    Hallo Luisa,

    ich habe ganz ähnliche Erfahrungen in Tunesien gemacht, auch wenn das schon viele Jahre her ist. Mit meinen beiden Teenie-Töchtern war ich ebensfalls in Hammamet. Sobald wir im Ort waren, wurden wir ohne Ende angequatscht, teilweise fast genötigt. Obwohl ich meine Töchter zu deren Missfallen außerhalb der touristischen Anlagen in langärmelige und kniebedeckende Kleidung gesteckt habe. Auch hatte ich den Eindruck, dass wir im Hotel als reine Frauenfamilie nachlässiger bedient wurden.
    Positiv ist mir eine Tour nach Kairouan in Erinnerung geblieben. Dort war viel weniger touristisch. Nachdem wir die Hauptstraße des Souks verlassen und uns in die kleinen Nebengässchen begeben hatten waren wir auf einmal von jeder Belästigung verschont.
    Insgesamt kam ich zu dem gleichen Fazit wie du: wegen der Aufdringlichkeit der Männer werde ich sobald nicht noch mal hinfahren.
    Aber es gibt ja noch genügend andere Ziele auf der Welt, die es zu besuchen lohnt!

    Liebe Grüße
    Gina

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    • Luisa says: 13. Februar 2016 at 6:24 pm

      Hallo Gina,
      danke, dass du deine Erfahrungen teilst. Kairouan sagt mir ehrlich gesagt gar nichts – aber gut zu wissen, dass es nicht überall so schlimm ist. Wir sind auch immer recht bedeckt rumgelaufen, da es sowieso noch relativ kühl war. Aber wie du schon sagtest…verschont bleibt man trotzdem nicht. Erst als wir mit dem Ehepaar -also mit Mann- unterwegs waren, wurde es schlagartig besser.
      Die Erfahrung im Hotel nachlässiger behandelt zu werden haben wir nicht gemacht. Die Kellner waren aber auch alle etwas aufdringlicher als man es gewohnt ist und wollten abends ständig mit uns ausgehen.. Das sollte man natürlich auch lieber vermeiden. An unserem letzten Tag wurde unser Tisch zum Abschied sogar noch mit Blumen geschmückt. Also über Nachlässigkeit im Hotel konnten wir uns nicht beschweren.

      Viele liebe Grüße,
      Luisa

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  • Silke says: 28. Februar 2016 at 6:14 pm

    Ich bin in den 90ern oft in Tunesien gewesen. Damals als Pauschaltourist mit meinen Eltern während der Oster- oder Herbstferien in einem dieser großen Strandhotels mit Halbpension. Seit damals scheint sich aber auch gar nichts verändert zu haben. Das Angequatsche und die Händler haben uns damals schon den Spaß verdorben. Sehr schade. Schön fand ich damals unsere Ausflüge in den Süden bis an den Rand der Sahara. Heute würde ich nicht mehr hinfliegen, weil ich mich in Ländern, in denen sich Frauen nicht frei bewegen können, überhaupt nicht wohl fühle.

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  • Petra says: 28. Februar 2016 at 11:18 pm

    Ich war erst einmal in Tunesien – aber da war ich noch im Bauch meiner Mum 😀 Haha. Sieht auf jeden Fall sehr schön aus! Solche aufdringlichen Leute finde ich immer sehr anstrengend beim Reisen. Aber was will man machen – die wollen ja auch nur ihr Geld irgendwie verdienen, um ihre Familie durchzubringen.

    Liebe Grüße
    Petra von http://www.anothercopycat.com

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  • […] gab es in Tunesien, denn hier fühlten wir uns allein nicht sicher. Außerdem buchten wir in der Türkei noch eine […]

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